
Eine Analyse des Interviews mit dem ehemaligen Bundespräsidenten soll zwei Fragen klären: Wie könnte oder sollte allgemein ein Redner während einer Krisensituation auf sein Publikum rhetorisch einwirken und insbesondere: konnte das Interview zum erhofften Befreiungsschlag werden? Das Interview gibt es am Ende dieses Beitrages in voller Länge. Die Rolle des Bundespräsidenten lässt sich in der klassichen Redegattung der Festrede verorten, einer Möglichkeit durch gutes Reden zu wirken (genus demosntartivum) . Zu sehen war aber ein Christian Wulff, der in einer für seine Rolle sehr untypischen Verteidigungsrede, seine Glaubwürdigkeit zu verteidigen versuchte (genus judicale). Konnte dieses Vorhaben gelingen? Warum spielte vor allem seine Glaubwürdigkeit in diesem Zusammenhang eine so wichtige Rolle?



Reputation Management

Gut, diese These scheint gewagt, doch zeigen sich erstaunliche Parallelen zwischen der Einführung eines Produkts bzw. Markteintritts eines Unternehmens und einer sozialen Bewegung. Warum? Schauen wir uns zunächst die Protestbewegung als ein kommunikatives Phänomen an: Protestbewegungen sind keine Organisationen im klassischen Sinne, aber eine Ansammlung von Zustimmungen und sozialen Bindungen. Es werden Mängel in der Gesellschaft herausgefiltert und Lücken aufgezeigt, die es zu schließen gilt.
"Wir sind schnell und effizient.“ verspricht der CallCenter-Agent und schafft es, einen Termin beim Kunden zu bekommen. Sofort wird der technisch versierte Außendienstler gesandt und verweist aufgrund der Problematik des Kunden auf eine individuelle Lösung, „die ihre Zeit braucht, denn Qualität gibt es nicht wie in einem Fast-Food-Laden.“ Diese Divergenz der Aussagen der Unternehmensvertreter verweisen auf eines der Probleme in der Außenwirkung der Firma. Nicht die kompetente Richtlinie des einzelnen wurde in Mitleidenschaft gezogen, sondern die Leitlinie des Unternehmens ist unklar definiert.